BRV – Bayerischer Rassehunde Verband e.V.

Der BRV (Bayerischer Rassehunde Verband e.V.) war mir schon suspekt, als ich dort einmal eine Ausstellung besuchte. Ich wollte zwei Hündinnen melden, eine in der Zuchtklasse, eine in der Offenen Klasse. Nach der Zahlung des Betrages bekam ich die Meldescheine. Als ich den einen ausgefüllt retour gab und nach der Zwischenklasse fragte, wurde mir gesagt, daß es die nicht gäbe. Ich meinte, daß ich dann nur eine Hündin melden wollte und gab der Dame an der Kasse den einen (unausgefüllten) Meldeschein wieder. Aber wer nun meint, ich hätte unkompliziert mein Meldegeld wieder bekommen, der irrt! Erst nach einer langen Diskussion und nachdem ich doch recht laut erklärte, daß ich nicht für einen Hund zahle, den ich weder melde noch ausstelle, gab man mir mein Geld retour.
Seltsames Gehabe, ebenso wie die Tatsache, daß weder Ahnentafeln kontrolliert wurden noch die Impfausweise. Ich stand sicher schon weit über 100 mal im Ausstellungsring, aber so etwas hatte ich bis dato noch nicht erlebt.

Als ich vor einiger Zeit wieder eine Einladung zu einer Ausstellung in meinem Postfach fand, besuchte ich die Homepage des BRV und staunte nicht schlecht, als ich dort las, daß dieser nun Mitglied der F.C.I. sei.

Ein Blick auf die Homepage der mir bekannten FCI in Belgien (fci.be) brachte lediglich den Hinweis, daß die FCI die F.C.I. nicht anerkennen würde. Also doch zwei Vereine.

Google brachte mich zur F.C.I., einem spanischen Klub mit Homepage in … richtig! … spanisch! Was veranlaßt einen bayerischen Verein, sich plötzlich einem spanischen Verband anzuschließen? Besonders interessante Zuchtbestimmungen? Attraktive Ausstellungen? Oder ist es vielleicht doch dieses Kürzel “F.C.I.”? Ein Schelm, wer Böses denkt …

Und bei einem Blick ins Forum des BRV wurde es noch ärger: Da erklärt der Webmaster einem (unbedarften) Mitglied, daß die Hunde mit BRV-Papieren nun auf Ausstellungen der F.C.I. ausgestellt werden können. Wunderbar – solange man nicht die Hintergründe kennt: Einmal gibt es die FCI, einmal die F.C.I. und nur aufgrund dieser Schreibweise kann man zunächst beide voneinander unterscheiden. Der unbedarfte Hundeliebhaber und -aussteller zumindest wird den Unterschied wohl kaum bemerken. Noch schlimmer: Die Vorstandschaft des BRV nimmt m. E. wissentlich in Kauf, daß seine Mitglieder unwissend ihren Hund mit BRV-Papieren auf einer FCI-Ausstellung präsentieren wollen, doch sie werden dort gar nicht zugelassen. Ein Hund ohne FCI-Papiere kann nur für eine Übernahme in das jeweilige (landesabhängige) Zuchtbuch auf einer Ausstellung gezeigt werden.

Das alles wird besonders dadurch pikant, daß im Forum des BRV eine Wortsperre installiert wurde.
Stellt nun jemand eine Frage zur “FCI”, wird dies also nach dem Absenden des Beitrags in “F.C.I.” umgewandelt.

Im Forum wurde nun folgende Frage gestellt: “Hallo, bin noch sehr neu hier und habe da eine Frage. Kann ich denn einen Hund mit Papieren des BRV oder Papiere anderen Vereinen die der F.C.I. angehören auch bei Ausstellungen der F.C.I. ausstellen?”

Auch wenn jemand neu ist: Wird derjenige wirklich danach fragen, ob er einen Hund mit Papieren vom ABC-Verein beim ABC-Verein ausstellen kann? Oder wollte derjenige vielleicht fragen, ob der einen Hund mit Papieren vom ABC-Verein beim XYZ-Verein ausstellen kann, aber die Wortsperre hat seine Frage so umgewandelt, daß ein ganz anderer Sinn entsteht?

Ich weiß es nicht und ich will niemandem etwas unterstellen, aber der Verdacht liegt nahe. Deshalb wollte ich den Ausstellungs-Neuling über die Besonderheiten informieren und antwortete:

“Das kommt darauf an, bei welcher FCI, denn da gibt es verschiedene.
Zum einen die “Federation Cynologique Internationale” mit Sitz in Belgien (www.fci.be), zum anderen die “Federacion Canina Internacional” (www.webfci.org), der auch der BRV e.V. angehört.

Die “Federation Cynologique Internationale” erkennt die “Federacion Canina Internacional” nicht an. Somit können Hunde mit BRV-Ahnentafel bzw. mit Ahnentafeln der “Federacion Canina Internacional” nicht auf Ausstellungen der “Federation Cynologique Internationale” ausgestellt werden.

Die “Federation Cynologique Internationale” hat ihren Sitz in Belgien und wird in den einzelnen Ländern durch jeweils einen Verein vertreten. In Deutschland ist das beispielsweise der Verband für das Dt. Hundewesen e. V. (VDH), in Österreich der ÖKV, in der Schweiz die SKG usw. Für Ausstellungen der VDH-Vereine herrscht Titelschutz der “Federation Cynologique Internationale”, was wiederum bedeutet, daß Hunde mit Ahnentafeln, die von der “Federation Cynologique Internationale” nicht anerkannt sind, dort auch nicht ausgestellt werden können.

Die “Federacion Canina Internacional” hat bis vor einige Zeit das Logo verwendet, welches von der “Federation Cynologique Internationale” markenrechtlich geschützt ist, wie man schon zu Zeiten der “Delegierten-Commission” festgestellt hat, als die Verwendung des Logos kostenpflichtig abgemahnt wurde.
Außerdem hat dieser Verein eine ganze Zeit lang zu den Homepageinhalten der “Federation Cynologique Internationale” verlinkt, weshalb der negative Eindruck entstand, es würde sich um sogenannte “Trittbrettfahrerei” handeln.
Nun gut, die Verlinkungen sind weg, das Logo ist weg. Man kann sich denken, weshalb das so ist.

Dafür hat sich die “Federacion Canina Internacional” den Begriff “F. C. I.” rechtlich schützen lassen, sodaß die “Federation Cynologique Internationale” sich jetzt wohl nur noch “FCI” abkürzt.

Ergo: Hunde mit F.C.I.-Ahnentafeln sind nicht gleich Hunde mit FCI-Ahnentafeln.

Meine Meinung: Man sollte sich nicht an Namen von großen Verbänden aufhängen, sondern eine eigene Zucht sauber aufbauen, unabhängig von Vereinsmeiereien. Wer heute auf seine Homepage schreibt, er züchtet nach den Reglements und Standards der FCI , der sollte auch dem Verein angehören, den er meint. Alles andere ist m. E. gewollte Irreführung Unwissender, die in irgendeinem Forum gelesen haben, sie sollten beim Hundekauf darauf achten, einen Hund aus FCI-Zucht erwerben.

Viele Grüße
Brigitte

Nachtrag:
Im Forum wurde vom Admin offensichtlich eine Wortsperre vergeben.
Die Links werden leider falsch dargestellt, da das Wort ” FCI ” hier im Forum automatisch mit Punkten versehen wird.
Außerdem kann man z. B. VDH nicht ausschreiben, das wird zum Wort “Hund”
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Viele Grüße
Brigitte
& die Volcatia Cocker-Spaniels

Für meine Meinung wurde ich im Forum gesperrt und mein Beitrag wurde gelöscht. So etwas nennt man landläufig auch “Zensur” und ist für mich die Bestätigung, daß ich ins Schwarze getroffen habe. Auf meine E-Mail-Anfrage, weshalb mein Account gelöscht wurde, erhielt ich einen Anruf von Seiten des BRV. Man erklärte mir, man wolle “keine Diskussionen über die FCI und den VDH” im Forum und so hätten alle Moderatoren die Anweisung, die entsprechenden Beiträge zu löschen. Ich wurde noch darüber aufgeklärt, daß man die Geschichte der FCI (oder meinte er F.C.I.? Keine Ahnung, denn die Punkte spricht man ja nicht) neu schreiben würde usw.
Nun ja, seit ich die Ära eines Vereins miterlebte, wo man sich einbildete, man müsse sich das FCI-Logo aneignen, ist mir nichts Menschliches mehr unbekannt. Schließlich wurde später seitens des Patentamtes “Böswilligkeit bei der Markenanmeldung” festgestellt (vgl. Rundschreiben 4/2006 des VDH an seine Mitgliedsvereine).

Auf der Homepage des BRV heißt es: ” … Aus diesem Grund gibt es den BRV, kommen Sie zu uns. Wir bewerten den Hund. Denn der zählt bei uns, egal ob und welche Ahnentafel er hat. Unsere Aufgabe ist es jedem Hundefreund und jeder Rasse soweit es nur geht gerecht zu werden. Ihr Bayerischer Rassehunde Verband e.V.“.

Aha. Der Hund zählt also. Na, wenigstens etwas.

Ich habe das Verhalten des BRV zur Kenntnis genommen und werde dort sicher nicht mehr ausstellen.