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Kann man mit Hundezucht Geld verdienen?

Immer wieder werden wir als Züchter mit Aussagen konfrontiert, die darauf abzielen, daß man sich als Hundezüchter auf Kosten der Tiere bereichern wollte. Ich möchte versuchen, etwas Licht ins Dunkle zu bringen, damit Welpenkäufer vielleicht zukünftig auch etwas aufmerksamer bei der Suche nach einem Welpen vorgehen. Weiterlesen

CoSe Not e.V.

Beim Doggennetz ist ein Artikel erschienen, den ich sehr interessant fand, denn mit der 1. Vorsitzenden der “CoSe Not e.V.” habe ich vor einiger Zeit eine haarsträubende Geschichte erlebt, die ich hier gerne wiedergebe, damit sich der ein oder andere Zeitgenosse einmal Gedanken darüber macht, mit welcher Person man es hier zu tun hat.

Frau Melanie Wege war mir seit längerem bekannt, da sie mich verschiedentlich zur Aufzucht von Welpen um Rat gefragt hatte.

Dann erreichte mich der Hilferuf eines Forenmitglieds, da ein Cocker-Spaniel vermittelt wurde, welcher verhaltensauffällig war. Ich sollte mir diesen Fall einmal anschauen, was ich gerne getan hätte. Also meldete ich mich im Forum an, doch mir wurde der Zutritt verwehrt. Erst auf Anfrage teilte mir Frau Melanie Wege mit:

Am 22.02.2010 23:47, schrieb Melanie Wege:

Hallo Brigitte,

ich weiss, das Dich H**** B**** angesprochen hat, aufgrund Deiner Erfahrung mit Cockerwut, Dir doch mal den Cocker Sammy anzuschauen. Da Du Dich im Forum angemeldet hast, gehe ich davon aus, das Du das machen möchtest, dafür meinen Dank.

Wir sind ein Tierschutzverein, der Cocker in Not hilft. All unsere Cocker sind keine Kinder der Liebe, sondern wurden gezüchtet. Egal, ob von einem Vermehrer oder einem Züchter des VDH. Und alle wurden von ihren Züchtern auf gewisse Art und Weise im Stich gelassen.

Du merkst, ich habe keine gute Meinung von Züchtern. Ich finde, Zucht und Tierschutz ist einfach zu unterschiedlich, als das man auf einen gemeinsamen Nenner kommen kann. Aus diesem Grund möchte ich keine Züchter in unserem Tierschutzforum zulassen.

Ich hoffe, Du kannst das ein wenig verstehen.

Viele Grüsse

Melanie Wege

Auf meine unten stehende Antwort hat Frau Melanie Wege nicht reagiert – zumindest nicht bei mir.

Am 23.02.2010 17:24, schrieb Volcatia Cocker-Spaniels – B. Friedl:

Hallo Melanie,

danke für Deine Erklärungen. Auch wenn ich keine Veranlassung dazu habe, mich vor Dir exkulpieren zu müssen, so laß’ mich zu Deinen Bemerkungen Stellung nehmen:

Ich weiß natürlich, daß man mit dem Stempel eines Züchters auf dem Hirn in einem Tierschutzforum kein gern gesehener Teilnehmer ist.

Aber ich bin gewiss kein Welpenproduzent und habe mehr als einmal schon in Not geratene Hunde, Katzen, Kleintiere bei mir aufgenommen, gepäppelt und wieder vermittelt und am Ende festgestellt, daß wieder einmal mehr investiert wurde, als berechnet wurde. Außerdem lautet der wichtigste Part in jedem meiner Kaufverträge, daß kein Hund aus meiner Zucht weitergegeben werden darf, sondern zu mir zurück MUSS. Nicht unentgeltlich, nein. Das hat dazu geführt, daß ich 2008 plötzlich statt 8 Hunden 15 Hunde hatte und seitdem keine Zeit und keine Nerven für irgendwelche Welpen habe. Der Verkauf von Welpen würde bei jedem anderen Züchter das große Loch in der Kasse stopfen, aber erstens habe ich in meinem Leben noch nicht einen Wurf gezüchtet, wenn klar war, daß ich mir keinen Welpen aus dem Wurf hätte behalten können, denn ich züchte nicht für Brot, zweitens geht die Rechnung bei uns eh’ nie auf, da ich zuviel in die Aufzucht investiere, als daß der Verkauf von einem Wurf die Unterhaltskosten decken würde.

Ich bin auch nicht der Züchter, der sich in (Tierschutz-)Foren anmeldet und dort die eigenen Welpen anpreist. Und ich bin nicht der Züchter, der Eurem Verein seine ehemaligen Zuchthündinnen übereignet, weil es soviel einfacher ist, wenn man keine alten Hunde zuhause hat.

Zucht und Tierschutz lassen sich sehr wohl auf einen Nenner bringen. Es kommt auf den Einzelnen an. Ich stelle mich gerne jeder Diskussion zu diesem Thema, sofern sie fair verläuft, denn meine Zucht ist transparent und ein kostenintensives Hobby. Ich habe auch kein Problem damit, meine Buchführung in Sachen Hunde offenzulegen. Und ganz nebenbei betreibe ich seit Jahren Tierschutz und engagiere mich im Tierschutzverein. Aktiv und passiv. Eiderdaus!

Trotzdem habe ich mich nicht als Züchter angemeldet. Ich habe mich angemeldet, weil ich anderen immer mit Rat und Tat zur Seite stehen will. Als genau der Mensch, dem Du vor Jahren so dankbar warst, daß er sein Fachwissen über die Aufzucht von Cockerwelpen im Internet zur Verfügung gestellt hat, siehe Deinen Eintrag in das Gästebuch meiner Homepage.

Ganz klar, Melanie, ich schätze Dein Engagement in Sachen “Cocker-Tierschutz”, keine Frage! Aber daß Du Dich traust, mir eine solche Erklärung zu liefern, in der Du mich mit anderen Züchtern über einen Kamm scherst und Deine Einstellung zu Züchtern über mein Hilfsangebot für einen Cocker stellst, dessen Besitzer sich wohl offensichtlich ob seines Verhaltens nicht zu helfen wissen, macht mich fassungslos.

Nein, Melanie, ich kann Deine Reaktion nicht nachvollziehen und ich sehe sie auch als schallende Ohrfeige, ja, als persönliche Beleidigung, denn Du solltest mich eigentlich besser kennen.

Mein Mann bemüht sich seit Jahren, mir einzuschärfen, daß ich mein Fachwissen nur noch unseren Welpenkäufern zuteil werden lasse. Du hast mir bewiesen, daß er wohl recht hat! Und ich Depp habe gerade Dich in der vergangenen Woche noch in Schutz genommen, als mich eine Cockerzüchterin anrief und mir mitteilte, daß ein Rüde aus Ihrer Zucht in Eurem Verein für gewollten Nachwuchs gesorgt hätte …

Auch meine vielen Hinweise an potentielle Welpenkäufer bzw. Hundekäufer, sich auf den Seiten der verschiedenen Cocker-Tierschutz-Seiten umzusehen (mit Nennung der Links), werde ich in Zukunft wohl tunlichst unterlassen, …

Mit bestem Gruß

Brigitte

Und auch weiterhin verstehe ich mich als Züchter UND Tierschützer. Es kommt immer drauf an, wie man es macht. Aber die eigenen Belange über die der Tiere stellen, das kommt für mich nicht in Frage.

Mein DANKESCHÖN geht an Doggennetz, vor deren Arbeit ich seit Jahren den Hut ziehe!

Guten Abend!

Welpentest?

In den letzten Monaten haben mich einige Welpeninteressenten in großes Erstaunen versetzt.

Zum einen sind da die selbsternannten Fachleute, die irgendwann einmal im TV Herrn Rütter bei der Auswahl eines Welpen beobachtet haben, um ihm nun eifrig nachzutun, was bei einem “Experten” wohl als “Welpentest” bezeichnet wird. Bevor ich als Züchter, der ich ganztags mit meinen Babies zusammen unter einem Dach lebe, nach dem Wesen des jeweiligen Welpen gefragt werde, wird der Welpe auf den Rücken gedreht, womit geprüft werden soll, ob es sich um ein dominantes Tier handelt.
Ich frage mich, ob diese Typen gleich noch die neue Wanne in ihr Bad einbauen, weil sie auf ihrem Lieblingssender RTL so eine “Zahlt-nix-wir-kommen-und-renovieren-Euch-Euer-Haus”-Sendung verfolgt haben?

Äußerst interessant finde ich auch die Spezies, die sich damit brüstet, schon seit über 20 Jahren Cocker zu halten. Keine Frage, es ist toll, “echte” Cockerfreunde hier zu haben und gemeinsam über unsere Lieblingsrasse zu fachsimpeln. Aber wenn ich beispielsweise erkläre, wie unsere Welpen gefüttert werden, um bei einer abwinkenden Handbewegung schon fast arrogant angeraunt zu werden, man hätte “20 Jahre Erfahrung”, dann brennt es mir schon ab und an auf der Zunge, daß 20 Jahre etwas zu tun nicht wirklich heißt, es auch richtig zu tun, wobei zudem davon auszugehen ist, daß sich die Anzahl der gehaltenen Hunde bei 20 Jahren Hundehaltung meist auf ganze zwei Hunde beschränkt.
Der Vergleich zu meinem Onkel, der sich stets als “40 Jahre unfallfreier Fahrer” bezeichnete, aber zu dem aufgrund seiner unsicheren Fahrweise niemand ins Auto stieg, liegt dann doch sehr nahe.

Denjenigen, die mir voller Inbrunst erklärten, daß ein Tierarzt seinen Job aus Berufung tut, Hundezüchter aber nur Geld verdienen möchten, denen habe ich besonders gerne die Türe aufgehalten, damit sie mein Heim verlassen!

Bemerkenswert finde ich auch die Leute, die meinen, wir hätten hier einen Zuchtbetrieb, den man sich nach Belieben anschauen könnte. Nach einer kleinen Sonntagstour durch niederbayerische Hundezwinger noch schnell bei den Friedl’s vorbeifahren, um die eingesammelten Krankheitsviren hier zu verteilen? Gott schütze uns vor den Zwingertouris!
Unser Highlight des Jahres war die Familie, die uns beim Verlassen unseres Grundstücks wissen ließ, daß sie gar nicht geplant hätten, einen Welpen zu kaufen, sondern “nur ‘mal einen Sonntagsausflug zum Hundezüchter mit den Kindern haben machen wollen”. Klar, der Besuch im Zoo, Versorgung mit Limonade und Kaffe plus verbaler Unterhaltung wäre sicher teurer gekommen!

Ganz zu schweigen von Personen, die anscheinend schon mit der Boeing durch die Kinderstube geflogen sind. Da werden Termine vereinbart und nicht eingehalten, nicht einmal eine telefonische Absage erfolgt. Da kommt eine vierköpfige Familie, läßt sich hier bewirten und DREI STUNDEN lang über Cocker-Spaniels aufklären, um sich danach nicht mehr zu melden. Da läßt sich der Herr Handwerksmeister einen Hund über Wochen reservieren, um dann festzustellen, daß er nicht den finanziellen Background und die persönlichen Voraussetzungen hat, um dem Welpen ein gutes Zuhause zu geben.

Manche Zeitgenossen verstehen es wirklich ganz hervorragend, einem das eigene Hobby zu vermiesen, sodaß man Züchterkollegen schon verstehen kann, die darüber nachdenken, Eintrittsgeld zu verlangen oder bei einem Fernbleiben trotz Terminabsprache einen Betrag X in Rechnung stellen möchten, ebenso wie Beratungskosten.

Wer nicht weiß, daß wir unsere Besucher in unser Heim einladen, wer nicht seinen vollständigen Namen, Anschrift und Telefonnummer nennen mag, wer unseren Welpen kein zuverlässiges, verantwortungsbewußtes, solventes Zuhause bieten kann, wer hofiert werden möchte, damit er einen Welpen kauft, wer unsere Welpen mittels dubioser Welpentests prüfen will oder unsere erwachsenen Hunde erziehen möchte, der möchte uns bitte mit einem Anruf oder Besuch verschonen!

Diejenigen, die über ein gewisses Maß an Anstand verfügen, die wissen, daß sie bei uns einen verantwortungsbewußt und liebevoll aufgezogenen Welpen aus Hausaufzucht erhalten, der nicht “für lau” abgegeben wird, Leute, die wissen, daß sie, nachdem sie in unser privates Reich eingeladen wurden, gastfreundlich empfangen werden, um unsere Hunde und uns kennenzulernen, die sind herzlich Willkommen! Und auf diese Menschen freuen wir uns.

Wurfkiste = Kinderplanschbecken?

Immer häufiger sieht man bei Züchtern die “Wurfkiste light”, ein aufblasbares Kinderplanschbecken, in dem sich die Welpen tummeln. Zugegeben, diese Planschbecken gibt es schon für wenige Euros im Handel und somit sehr viel weniger als beispielsweise eine handgefertigte Wurfkiste aus Holz. Doch wie schaut es mit der Gesundheitsbelastung aus?

Die Planschbecken enthalten Phthalatweichmacher, meist DEHP und DBP – Weichmacher, die das EU-Parlament 2005 in Spielzeug und Babyartikeln generell verboten hat, weil sie als fortpflanzungsgefährdend gelten.
Auch die alternativ eingesetzten Weichmacher DEHT und DINCH lassen sich nicht fest im Kunststoff binden und können somit in die Umwelt gelangen.
Manche Planschbecken enthalten sogar das sehr giftige Dibutylzinn (DBT) oder gar polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), welche u. a. über Atemwege und Haut aufgenommen werden.
(Quelle: Ökotest)

Wir können Welpenkäufern nur raten, darauf zu achten, wie die Welpen beim Züchter aufgezogen werden!

Bei VOLCATIA finden Sie kein solches Plastikteil, denn wir wollen unsere Hunde gesund aufziehen. Unsere Wurfkisten sind auch weiterhin aus Holz, welche mit Öko-Lack versiegelt wurden.

Dr. Gabriele Lehari – meine persönliche Erfahrung

Im Juli 2006 erhielt ich vom Deutschen Bauernverlag ein Schreiben mit dem Hinweis, daß in der Zeitschrift “Hunderevue” einige Seiten über den Cocker-Spaniel erscheinen sollen, wobei Anzeigenschaltungen möglich wären. Als nun das Belegexemplar hier ankam, war ich sehr verwundert, daß das Rasseporträt ausgerechnet von Frau Dr. Gabriele Lehari geschrieben wurde.

Ab 1995 war ich jährlich zu Besuch auf der Frankfurter Buchmesse. Dort wurde ich auf einen Verlag aufmerksam (Oertel + Spörer), welcher u. a. auch Hundebücher verlegte. Der damalige Geschäftsführer, Herr Lehari, sprach mich mehrfach darauf an, ob ich ein Buch über den Cocker-Spaniel schreiben wollte. 1998 endlich war das Manuskript fertig, das Lektorat sollte Frau Dr. Gabriele Lehari, Ehefrau des damaligen Geschäftsführers des Verlags Oe + S, übernehmen. Das Buch sollte 1999 unter dem Titel “Cocker Spaniel. Sanfter Gefährte mit Jagdpassion”, Autor: Brigitte Volk (mein Mädchenname), erscheinen.

Herrn Lehari vom Verlag überreichte ich damals viele Spanielfotos und auch das Manuskript. Einige der Fotos wurden verwendet für die 1. Auflage des Buches “Hundehaltung leicht gemacht”, Autorin: Frau Dr. Gabriele Lehari.

Das Buch “Cocker Spaniel. Sanfter Gefährte mit Jagdpassion” wurde nicht gedruckt, später wurde das Manuskript von mir (online) veröffentlicht.

Und plötzlich das Cocker-Spaniel-Porträt in der Hunderevue. Frau Dr. Lehari, nun eine Cocker-Fachfrau?

Was ich zunächst nur geahnt hatte, stellte sich bald als wahr heraus: Frau Dr. Gabriele Lehari hatte munter aus meinem Manuskript kopiert.

Frau Dr. Gabriele Lehari,

ist es für Sie moralisch vertretbar, daß Sie einfach mein Manuskript aus der Schublade ziehen und – ohne mich, den Verfasser, davon in Kenntnis zu setzen – Ideen, Formulierungen, ganze Textpassagen kopieren?

Nun, Frau Dr. Gabriele Lehari, ich für meinen Teil weiß nun, was ich von Ihnen halten darf. Sie können es sich sicher denken? Der Leser dieser Seite wird es sicher können!

Puplikationen von Ihnen werde ich persönlich demnächst mit ganz anderen Augen und mit anderem Hintergrundwissen lesen.

Angehenden Autoren kann ich nur ans Herz legen, vorher genau zu prüfen, wem sie denn ein Manuskript aushändigen.

Brigitte Friedl – 14.09.2006

Anhang: Die kopierten Passagen meines Manuskripts sehen Sie in Fettschrift, erschienen in der Hunderevue, Ausgabe Oktober 10/2006. Bei den kursiv erscheinenden Passagen hat Frau Dr. Lehari sich die “herausragende Mühe” gemacht, den Satzbau meines Manuskripts umzustellen bzw. geringfügig den Wortlaut zu ändern.

“… Bereits aus dem 14. Jahrhundert gibt es Hinweise in der Literatur, die auf die Beschreibung dieses Hundetyps in jagdlichen Fachbüchern schließen lassen. Zwischen dem 15. Und 17. Jahrhundert findet man auf dem Kontinent viele Hinweise auf den Spaniel, der wohl von hier aus nach England kam. Ende des 16. Jahrhunderts erschien Shakespeares “Sommernachtstraum”, in dem der Spaniel ebenso Erwähnung findet.

Die Differenzierung der verschiedenen Rassen erfolgte Ende des 18. Jahrhunderts, als zwischen dem “Cocking” und dem “Springing” Spaniel sowie dem Wasser-Spaniel unterschieden wurde. Aus dieser Zeit gibt es auch Veröffentlichungen über die Farbe des Cockers. Von schwarz-weißen, leberfarbenen und schwarzen Hunden mit Loh ist die Rede, also Farben, die heute irrtümlich manchmal als “Modefarben” bezeichnet werden!

Dann folgte die Gründung des englischen Spaniel-Clubs.

Der Name Cocker leitet sich wahrscheinlich vom englischen “woodcock” für die Weldschnepfe ab. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Cocker in England den Field-Spaniels zugeteilt.

1892 brachte der Kennel Club den ersten Standard für den Cocker Spaniel heraus. Nach diesem Standard wurde der vielseitig verwendbare Stöberhund dann seit Beginn des 20. Jahrhunderts bei uns gezüchtet. Danach folgte ein regelrechter Siegeszug des Cockers, der sich seitdem zu einem der beliebtesten Hunde in England und auf dem Kontinent entwickelt hat.

Für die Freunde, Besitzer und Züchter des English Cocker Spaniels gibt es in Deutschland vier verschiedene dem VDH angeschlossene Klubs: Der Cocker Club Deutschland wurde 1989 gegründet und betreut außer dem English auch den American Cocker Spaniel. Der Jagdspaniel-Klub ist innerhalb der die Spaniels betreuenden Vereine der älteste und größte Club und ist dem Jagdgebrauchshundverband (JGHV) angeschlossen. Er entstand 1907 in Hannover und betreute über Jahrzehnte hinweg als einziger Verein alle Spaniel-Rassen.

Der Spaniel-Club Deutschland wurde 1985 gegründet, und schließlich widmet sich auch der Verein Jagdgebrauchsspaniel der Zucht von Spaniels, besonders der des Cockers und des Springers. Wie der Name schon sagt, geht es hier in erster Linie um den Spaniel als Jagdgebrauchshund. Der Verein ist ebenfalls JGHV-Mitglied.

Die einmalige Farbenvielfalt

Früher wurden Cocker meist nach ihrer Brauchbarkeit im Revier bewertet und zur Zucht herangezogen. Mit dem fortschreitenden Verschwinden aus dem Jagdgebrauch und dem Einzug als Familien- und Begleithund änderten sich auch die Schwerpunkte der Zucht: Erwünscht ist heute eher der “schöne” Typ mit gutem Wesen, passenden Porportionen und prächtigem Haarkleid, wobei die Farbe ebenfalls eine wesentliche Rolle spielt.

Tatsächlich ist der English Cocker Spaniel die Hunderasse mit den meisten anerkannten Farbschlägen. Kannte man in den siebziger Jahren, als der Cocker seinen Höhepunkt in der Popularität hatte, hauptsächlich die Roten, die Schwarzen und die Blauschimmel, so sieht man in den letzten Jahren auch vermehrt die selteneren Farben.

Unter einfarbig versteht man bei dieser Rasse die Farben Rot (fälschlicherweise oft Hellbraun genannt), Schwarz, Schwarz mit Loh (rote Abzeichen über den Augen, an den Backen, der Brust, den Pfoten und am After), Braun (auch Leberbraun oder Schokoladenbraun genannt), Braun mit Loh und Zobel (goldfarben mit schwarzer Maske und schwarzem Deckhaar am Rücken). Bei den Einfarbigen ist laut Standard kein Weiß erlaubt außer an der Brust. Der rote Farbschlag kommt in den verschiedensten Abstufungen vor, von blond über golden bis zur tiefroten Farbe.

Bei den mehrfarbigen Hunden sind alle Farben mit Weiß kombiniert. Man unterscheidet dabei die Schimmel von den sogenannten Plattenhunden. Zu den Schimmeln gehört Blauschimmel (schwarz-weißgeschimmelt), Braunschimmel und Orangeschimmel (rot-weiß geschimmelt). Zu der Plattenzeichnung gehört Schwarz-Weiß (weiß mit schwarzen Platten), Braun-Weiß und Orange-Weiß. Alle Farben sind auch in Kombinantion mit Loh möglich, wobei natürlich das Loh beim roten oder orange-weißen und orangeschimmelfarbenen Cocker nicht unterschieden werden kann. Verpaart werden dürfen einfarbige Cocker mit einfarbigen und mehrfarbige mit mehrfarbigen. Die Vererbung der Farbe …

Eine Besonderheit ist zudem die Farbe Zobel. Allerdings wurde sie früher in England vom Standard ausgeschlossen. Erst in den USA entstand dann in den siebziger Jahren eine Zucht von zobelfarbenen Cockern. Von dort wurden 1985 die ersten beiden Hündinnen dieser Farbe nach Deutschland importiert, und 1987 fiel der erste entsprechende Wurf. Die Farbe erlebte zunächst einen wahren Boom, was auf die durchaus faszinierende Zeichnung des Fells zurückzuführen ist – goldfarbene Fahnen mit schwarzem Deckhaar und Maske. Züchterisch wird Zobel als einfarbig angesehen, genetisch ist es aber als zweifarbig einzuordnen, bedingt durch die Zweifarbigkeit der Einzelhaare an Kopf, Hals, Schultern und Rücken. Bei zobelfarbenen Hunden unterscheiden wir Dunkelzobel, auch Darksable genannt, und Hellzobel, auch Goldzobel oder Clearsable geannt.

In den siebziger Jahren tauchte in der Cocker-Szene der Begriff “Cockerwut” auf. Ausschlaggebend war aggressives Verhalten von Tieren dieser Rasse, verbunden mit dem hemmungslosen Beißen nach Tier und Mensch, wobei auch die eigenen Halter nicht verschont blieben. Es stellte sich heraus, daß es sich um eine psychische Erkrankung handelte, verbunden mit Eifersucht und einem übersteigerten Bewachungsdrang. Das Phänomen soll vor allem bei einfarbigen Tieren beobachtet worden sein, wobei den Angaben zufolge wiederum die roten Cocker besonders betroffen waren.

Sabine und Ulrich Kämper bestätigen, daß es dieses Problem tatsächlich gab und einige Leute sogar bis heute glauben, der rote Cocker sei anfällig für die “Cockerwut”. In Wahrheit hat dieses Verhalten nichts mit der Farbe zu tun, sondern mit der Tatsache daß vor 40 Jahren der rote Cocker ein echter “Modehund” war …

Gekämmt werden die Ohren, die Vorderläufe (hier mit besonderem Augenmerk auf die Achseln, diese verfilzen sehr schnell), die Hinterläufe und die langen Haare unterhalb der Rute. Das restliche Fell wird gebürstet. Zum Vorkämmen verwendet man einen weitgezinkten, zur Feinarbeit einen enggezinkten Kamm; mit einer Bürste (Perlon oder Naturhaar) wird das gesamte Fell nochmals auf Hochglanz gebracht.

In einem Alter von sechs bis neun Monaten wird der Cocker dann zum ersten Mal getrimmt, danach am besten vierteljährlich.”

Abschließend fällt mir nur ein Satz des großen Pablo Picasso ein, ich zitiere:

“Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.”