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Dr. Gabriele Lehari – meine persönliche Erfahrung

Im Juli 2006 erhielt ich vom Deutschen Bauernverlag ein Schreiben mit dem Hinweis, daß in der Zeitschrift “Hunderevue” einige Seiten über den Cocker-Spaniel erscheinen sollen, wobei Anzeigenschaltungen möglich wären. Als nun das Belegexemplar hier ankam, war ich sehr verwundert, daß das Rasseporträt ausgerechnet von Frau Dr. Gabriele Lehari geschrieben wurde.

Ab 1995 war ich jährlich zu Besuch auf der Frankfurter Buchmesse. Dort wurde ich auf einen Verlag aufmerksam (Oertel + Spörer), welcher u. a. auch Hundebücher verlegte. Der damalige Geschäftsführer, Herr Lehari, sprach mich mehrfach darauf an, ob ich ein Buch über den Cocker-Spaniel schreiben wollte. 1998 endlich war das Manuskript fertig, das Lektorat sollte Frau Dr. Gabriele Lehari, Ehefrau des damaligen Geschäftsführers des Verlags Oe + S, übernehmen. Das Buch sollte 1999 unter dem Titel “Cocker Spaniel. Sanfter Gefährte mit Jagdpassion”, Autor: Brigitte Volk (mein Mädchenname), erscheinen.

Herrn Lehari vom Verlag überreichte ich damals viele Spanielfotos und auch das Manuskript. Einige der Fotos wurden verwendet für die 1. Auflage des Buches “Hundehaltung leicht gemacht”, Autorin: Frau Dr. Gabriele Lehari.

Das Buch “Cocker Spaniel. Sanfter Gefährte mit Jagdpassion” wurde nicht gedruckt, später wurde das Manuskript von mir (online) veröffentlicht.

Und plötzlich das Cocker-Spaniel-Porträt in der Hunderevue. Frau Dr. Lehari, nun eine Cocker-Fachfrau?

Was ich zunächst nur geahnt hatte, stellte sich bald als wahr heraus: Frau Dr. Gabriele Lehari hatte munter aus meinem Manuskript kopiert.

Frau Dr. Gabriele Lehari,

ist es für Sie moralisch vertretbar, daß Sie einfach mein Manuskript aus der Schublade ziehen und – ohne mich, den Verfasser, davon in Kenntnis zu setzen – Ideen, Formulierungen, ganze Textpassagen kopieren?

Nun, Frau Dr. Gabriele Lehari, ich für meinen Teil weiß nun, was ich von Ihnen halten darf. Sie können es sich sicher denken? Der Leser dieser Seite wird es sicher können!

Puplikationen von Ihnen werde ich persönlich demnächst mit ganz anderen Augen und mit anderem Hintergrundwissen lesen.

Angehenden Autoren kann ich nur ans Herz legen, vorher genau zu prüfen, wem sie denn ein Manuskript aushändigen.

Brigitte Friedl – 14.09.2006

Anhang: Die kopierten Passagen meines Manuskripts sehen Sie in Fettschrift, erschienen in der Hunderevue, Ausgabe Oktober 10/2006. Bei den kursiv erscheinenden Passagen hat Frau Dr. Lehari sich die “herausragende Mühe” gemacht, den Satzbau meines Manuskripts umzustellen bzw. geringfügig den Wortlaut zu ändern.

“… Bereits aus dem 14. Jahrhundert gibt es Hinweise in der Literatur, die auf die Beschreibung dieses Hundetyps in jagdlichen Fachbüchern schließen lassen. Zwischen dem 15. Und 17. Jahrhundert findet man auf dem Kontinent viele Hinweise auf den Spaniel, der wohl von hier aus nach England kam. Ende des 16. Jahrhunderts erschien Shakespeares “Sommernachtstraum”, in dem der Spaniel ebenso Erwähnung findet.

Die Differenzierung der verschiedenen Rassen erfolgte Ende des 18. Jahrhunderts, als zwischen dem “Cocking” und dem “Springing” Spaniel sowie dem Wasser-Spaniel unterschieden wurde. Aus dieser Zeit gibt es auch Veröffentlichungen über die Farbe des Cockers. Von schwarz-weißen, leberfarbenen und schwarzen Hunden mit Loh ist die Rede, also Farben, die heute irrtümlich manchmal als “Modefarben” bezeichnet werden!

Dann folgte die Gründung des englischen Spaniel-Clubs.

Der Name Cocker leitet sich wahrscheinlich vom englischen “woodcock” für die Weldschnepfe ab. Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Cocker in England den Field-Spaniels zugeteilt.

1892 brachte der Kennel Club den ersten Standard für den Cocker Spaniel heraus. Nach diesem Standard wurde der vielseitig verwendbare Stöberhund dann seit Beginn des 20. Jahrhunderts bei uns gezüchtet. Danach folgte ein regelrechter Siegeszug des Cockers, der sich seitdem zu einem der beliebtesten Hunde in England und auf dem Kontinent entwickelt hat.

Für die Freunde, Besitzer und Züchter des English Cocker Spaniels gibt es in Deutschland vier verschiedene dem VDH angeschlossene Klubs: Der Cocker Club Deutschland wurde 1989 gegründet und betreut außer dem English auch den American Cocker Spaniel. Der Jagdspaniel-Klub ist innerhalb der die Spaniels betreuenden Vereine der älteste und größte Club und ist dem Jagdgebrauchshundverband (JGHV) angeschlossen. Er entstand 1907 in Hannover und betreute über Jahrzehnte hinweg als einziger Verein alle Spaniel-Rassen.

Der Spaniel-Club Deutschland wurde 1985 gegründet, und schließlich widmet sich auch der Verein Jagdgebrauchsspaniel der Zucht von Spaniels, besonders der des Cockers und des Springers. Wie der Name schon sagt, geht es hier in erster Linie um den Spaniel als Jagdgebrauchshund. Der Verein ist ebenfalls JGHV-Mitglied.

Die einmalige Farbenvielfalt

Früher wurden Cocker meist nach ihrer Brauchbarkeit im Revier bewertet und zur Zucht herangezogen. Mit dem fortschreitenden Verschwinden aus dem Jagdgebrauch und dem Einzug als Familien- und Begleithund änderten sich auch die Schwerpunkte der Zucht: Erwünscht ist heute eher der “schöne” Typ mit gutem Wesen, passenden Porportionen und prächtigem Haarkleid, wobei die Farbe ebenfalls eine wesentliche Rolle spielt.

Tatsächlich ist der English Cocker Spaniel die Hunderasse mit den meisten anerkannten Farbschlägen. Kannte man in den siebziger Jahren, als der Cocker seinen Höhepunkt in der Popularität hatte, hauptsächlich die Roten, die Schwarzen und die Blauschimmel, so sieht man in den letzten Jahren auch vermehrt die selteneren Farben.

Unter einfarbig versteht man bei dieser Rasse die Farben Rot (fälschlicherweise oft Hellbraun genannt), Schwarz, Schwarz mit Loh (rote Abzeichen über den Augen, an den Backen, der Brust, den Pfoten und am After), Braun (auch Leberbraun oder Schokoladenbraun genannt), Braun mit Loh und Zobel (goldfarben mit schwarzer Maske und schwarzem Deckhaar am Rücken). Bei den Einfarbigen ist laut Standard kein Weiß erlaubt außer an der Brust. Der rote Farbschlag kommt in den verschiedensten Abstufungen vor, von blond über golden bis zur tiefroten Farbe.

Bei den mehrfarbigen Hunden sind alle Farben mit Weiß kombiniert. Man unterscheidet dabei die Schimmel von den sogenannten Plattenhunden. Zu den Schimmeln gehört Blauschimmel (schwarz-weißgeschimmelt), Braunschimmel und Orangeschimmel (rot-weiß geschimmelt). Zu der Plattenzeichnung gehört Schwarz-Weiß (weiß mit schwarzen Platten), Braun-Weiß und Orange-Weiß. Alle Farben sind auch in Kombinantion mit Loh möglich, wobei natürlich das Loh beim roten oder orange-weißen und orangeschimmelfarbenen Cocker nicht unterschieden werden kann. Verpaart werden dürfen einfarbige Cocker mit einfarbigen und mehrfarbige mit mehrfarbigen. Die Vererbung der Farbe …

Eine Besonderheit ist zudem die Farbe Zobel. Allerdings wurde sie früher in England vom Standard ausgeschlossen. Erst in den USA entstand dann in den siebziger Jahren eine Zucht von zobelfarbenen Cockern. Von dort wurden 1985 die ersten beiden Hündinnen dieser Farbe nach Deutschland importiert, und 1987 fiel der erste entsprechende Wurf. Die Farbe erlebte zunächst einen wahren Boom, was auf die durchaus faszinierende Zeichnung des Fells zurückzuführen ist – goldfarbene Fahnen mit schwarzem Deckhaar und Maske. Züchterisch wird Zobel als einfarbig angesehen, genetisch ist es aber als zweifarbig einzuordnen, bedingt durch die Zweifarbigkeit der Einzelhaare an Kopf, Hals, Schultern und Rücken. Bei zobelfarbenen Hunden unterscheiden wir Dunkelzobel, auch Darksable genannt, und Hellzobel, auch Goldzobel oder Clearsable geannt.

In den siebziger Jahren tauchte in der Cocker-Szene der Begriff “Cockerwut” auf. Ausschlaggebend war aggressives Verhalten von Tieren dieser Rasse, verbunden mit dem hemmungslosen Beißen nach Tier und Mensch, wobei auch die eigenen Halter nicht verschont blieben. Es stellte sich heraus, daß es sich um eine psychische Erkrankung handelte, verbunden mit Eifersucht und einem übersteigerten Bewachungsdrang. Das Phänomen soll vor allem bei einfarbigen Tieren beobachtet worden sein, wobei den Angaben zufolge wiederum die roten Cocker besonders betroffen waren.

Sabine und Ulrich Kämper bestätigen, daß es dieses Problem tatsächlich gab und einige Leute sogar bis heute glauben, der rote Cocker sei anfällig für die “Cockerwut”. In Wahrheit hat dieses Verhalten nichts mit der Farbe zu tun, sondern mit der Tatsache daß vor 40 Jahren der rote Cocker ein echter “Modehund” war …

Gekämmt werden die Ohren, die Vorderläufe (hier mit besonderem Augenmerk auf die Achseln, diese verfilzen sehr schnell), die Hinterläufe und die langen Haare unterhalb der Rute. Das restliche Fell wird gebürstet. Zum Vorkämmen verwendet man einen weitgezinkten, zur Feinarbeit einen enggezinkten Kamm; mit einer Bürste (Perlon oder Naturhaar) wird das gesamte Fell nochmals auf Hochglanz gebracht.

In einem Alter von sechs bis neun Monaten wird der Cocker dann zum ersten Mal getrimmt, danach am besten vierteljährlich.”

Abschließend fällt mir nur ein Satz des großen Pablo Picasso ein, ich zitiere:

“Unter den Menschen gibt es viel mehr Kopien als Originale.”