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Der Jagdspaniel-Klub e.V.

Der Jagdspaniel-Klub e.V.

Nach fast 17 Jahren Mitgliedschaft im Jagdspaniel-Klub e.V. bin ich dort kein Mitglied mehr. Eigentlich hatte ich meine Mitgliedschaft zum 31.12.2004 gekündigt, doch irgendwie kam alles anders …

Lesen Sie diese haarsträubende Geschichte ruhig bis zum Ende durch. :-)

Ich hatte die Domain Jagdspanielklub.de reserviert und einen Link gesetzt zur Homepage des Jagdspaniel-Klub e.V. Nachdem ich die Intrigen und Bösartigkeiten innerhalb des Vereins satt hatte, gründete ich mit einigen Freunden und Bekannten einen eigenen Verein und kündigte meine Mitgliedschaft im Jagdspaniel-Klub e.V. zum 31.12.2004.

Die Domain ließ ich nicht mehr auf die Homepage des Jagdspaniel-Klub e.V. laufen, sondern ließ sie unkonfiguriert, was dazu führte, daß die Besucher dieser Domain auf meiner eigenen Domain Volcatia.de landeten. Es handelte sich dabei schlichtweg um ein Versehen meinerseits, welches im Internet zu herben Reaktionen führte.

Ich parkte die Domain daraufhin bei einem Internet-Bekannten und bot sie zum Verkauf an.

Was dann geschah, war der absolute Gipfel: Mich erreichte eine Abmahnung mit der Aufforderung, die Domain Jagdspanielklub.de freizugeben. Die Kosten der Abmahnung hätte ich zu tragen. EUR 756,09. Sie lesen richtig: Siebenhundertsechsundfünfzig Euro und neun Cent.

Ich wandte mich an einen Fachanwalt für Internetrecht, der mir riet, die Domain an die Verwaltungsstelle zurückzugeben, was ich auch umgehend tat.

Einen Tag später hatte ich eine Kopie des Zuchtbuches von 1997 des Jagdspaniel-Klub e.V. im Briefkasten liegen, gemeinsam mit einem handgeschriebenen Zettel: “Brigitte, das dürfte Dich interessieren. Gruß!” Die Kopie zeigte ein Foto, welches von mir gefertigt wurde. Es zeigte den Rüden “Kay vom Livendahl” und wurde in der Ausgabe 1997 (erschienen 1998) abgedruckt. Ich hatte dem Jagdspaniel-Klub e.V. keine Ermächtigung zur Vervielfältigung gegeben und war doch sehr überrascht.

Als ich diese Kopie meinem Rechtsanwalt sandte, ließ er seinerseits eine Abmahnung an den Jagdspaniel-Klub e.V. ergehen.

Dann, Anfang 2005, kam die große Überraschung: Ich entdeckte im Internet auf der Seite des Jagdspaniel-Klub e.V. eine Datei, die aussagte, daß ich aus dem Jagdspaniel-Klub e.V. ausgeschlossen worden wäre. Begründung: Meine Mitgliedschaft in einem anderen, die Spanielrassen betreuenden Verein.

Ergo war ich laut Unterlagen des Jagdspaniel-Klub e.V. noch Mitglied gewesen, als man mir die Abmahnung hatte senden lassen. Stellt sich die Frage, warum der Präsident des Jagdspaniel-Klub e.V.  nicht einfach einen Anruf für 12 Cent getätigt hat, um mir seine Verärgerung mitzuteilen? Hätte man nicht einfach kommunizieren können?

Zur Klarstellung: Die Domain kostete pro Jahr sage und schreibe 3 Euro und man schickt mir eine Abmahnung in Höhe von über 750,00 Euro!

Oder besteht vielmehr die Möglichkeit, daß der Präsident des Jagdspaniel-Klub e.V. und damit Auftraggeber des Anwalts aufgehetzt wurde, ohne daß ihm bewußt war, was die Abmahnung bewirken sollte? War ihm eigentlich bewußt, daß ich mit der Frau des Anwalts einmal eng befreundet war? Die Betonung liegt auf “war”!

Hat mich der Präsident des Jagdspaniel-Klub e.V. überhaupt mit meinem Mädchennamen in Verbindung gebracht und sich an all die Male erinnert, wo man sich anläßlich von Zuchtschauen grüßend begegnet ist? Wurde er darüber aufgeklärt von seinen „Beratern“? Ich habe mir nicht die Arbeit gemacht, die Meldegelder für Ausstellungen zu addieren, die ich dem Jagdspaniel-Klub e.V. in den Hals geworfen hatte. Ebenso nicht die Gelder für die Anzeigen im Klubheft “Der Jagdspaniel”. Geschweige denn die Spendengelder, Sachspenden, Gelder für Klubhefte, Zuchtbücher etc. Aber eines weiß ich: Es war viel Geld!

Ich bin erstaunt darüber, wie man mit Mitgliedern umgeht?

Mir wurde von einer Bekannten aus der Spanielszene vorgeworfen, daß es mir nur ums Geld gehen würde, nachdem ich dem Jagdspaniel-Klub e.V. eine Abmahnung habe zukommen lassen.

Ich habe keinen Cent der Abmahnkosten gesehen, die mein Anwalt berechnet hat. Die gingen auf dessen Konto, wie das so üblich ist. Ich habe aber wohl knapp 300 Euro an meinen Anwalt zahlen müssen für Beratungsgebühren und Schriftverkehr. Wem, bitteschön, ging es denn da ums Geld? Wer hat den Krieg denn angefangen?

Ich weiß nicht, ob der Jagdspaniel-Klub e.V. etwas gezahlt hat an den Anwalt, ich denke nicht. Aber ich weiß, daß ich das Geld auf sein Konto hätte überweisen sollen. Ich frage nochmals: Wem ging es hier ums Geld? Wer wollte ‘mal eben so nebenbei gut 750,00 Euro kassieren? Na?

Ich habe währenddessen prüfen lassen, ob der Jagdspaniel-Klub e.V. schadensersatzpflichtig wäre. Mein Anwalt war der Meinung, daß wir auf Schadensersatz klagen sollten, doch während sich der Zuchtbuchführer des Jagdspaniel-Klub e. V. in der Festschrift zum 90jährigen Jubiläum des Vereins darüber ereifert, in einem Jahr zuvor 800 Exemplare zur Post gefahren zu haben, läßt uns der Anwalt des Jagdspaniel-Klub e.V. wissen:

„ … Die von Ihnen gewünschte Auskunft kann, was nach Ablauf von mittlerweile von 8 Jahren kaum verwunderlich sein dürfte, in Einzelheiten nicht mehr und im übrigen nur noch nach allgemeinen Erfahrungswerten erteilt werden. … Üblicherweise ist es so, daß rund 270 Exemplare kostenlos vereinsintern verteilt werden … Nach der Erinnerung des Zuchtbuchführers sind seinerzeit kaum 50 Exemplare zu einem Preis von damals 35,00 DM verkauft worden; an wen, ist nicht mehr feststellbar. …“

Von über 800 Exemplaren auf „kaum“ 320 Exemplare? Und das trotz damals steigender Mitgliedszahlen? War es nicht so, daß auch Vereine eine Buchführung haben müssen? Nun, ich habe für alle Zuchtbücher, die ich vom Jagdspaniel-Klub e.V. gekauft habe, eine Rechnung erhalten. Werden diese etwa nicht aufbewahrt, sodaß man anhand der Rechnungen hätte feststellen können, wer ein Exemplar erhalten hat? Das Zuchtbuch wurde 1998 gedruckt, wir schreiben 2005. Das sind zum einen keine 8 Jahre, wie der werte Herr Anwalt schreibt, zum anderen muß der Verein seine Buchhaltungsunterlagen noch haben.

Noch dazu später die Aussage des Anwalts:

„ … Ergänzend zu unserem vorangegangenen Fax haben wir noch nachzutragen, daß der Teil der Auflage des Zuchtbuchs 1997, der nicht vertrieben worden ist, im Jahre 2002 vernichtet wurde. …“

HOPPALA???

Da taucht in jeder Bilanz des Jagdspaniel-Klub e.V. ein Posten auf, der da lautet: Druckkosten. Und dann werden Zuchtbücher einfach vernichtet? Wer trägt die Kosten? Doch wohl letzten Endes die Mitglieder?

Gibt es kein Archiv mehr? Wie war das? Fr. K.-S. schreibt doch in der Festschrift zum 90jährigen Jubiläum:

„ … Seit vier Jahren ist das Archiv des Jagdspaniel-Klubs bei uns untergebracht. Es umfaßt Periodika, also Zuchtbücher, das Kluborgan „Der Jagdspaniel” und Zeitschriften, Drucksachen und Akten. Zuchtbücher, soweit noch in ausreichender Zahl vorhanden, können bei mir gegen Nachnahme bestellt werden. … Leider ist von einigen Jahrgängen nur noch der sogenannte Mindestbestand vorhanden, der im Archiv gehalten werden muß. Ein Nachruck der vergriffenen Zuchtbücher ist aus Kostengründen bisher unterblieben, aber nicht unmöglich. …“

Wenn man sich die Bilanzen der nachfolgenden Jahre anschaut, fällt ein Defizit auf, welches nicht unerheblich ist.

Und da will der Jagdspaniel-Klub e.V. ernsthaft weismachen, daß man teuer gedruckte Zuchtbuch-Exemplare vernichtet hat, die noch bares Geld bringen könnten?

Nein, liebe Funktionäre vom Jagdspaniel-Klub e.V., mit euch streite ich mich nicht mehr. Das ist so dermaßen unter meinem Niveau, so tief kann ich mich gar nicht bücken.

Mir tun, ehrlich gesagt, nur die Mitglieder leid, die von all’ dem nichts wissen.