Welpenschutz

Man sollte doch meinen, daß wenigstens Autoren, die über Hunde schreiben, sich in ihrem Metier auskennen. Doch weit gefehlt. Nachdem ich auf der Suche bin nach einem kompakten Büchlein, welches ich unseren Welpenkäufern quasi als Leitfaden mitgeben kann, stieß ich gestern in meinem Bücherregal auf “Das kleine Welpen-1×1″, erschienen im Cadmos-Verlag aus der Reihe “Hundewissen”.
Mit großem Interesse begann ich zu lesen und wurde bereits bei der Einleitung hinsichtlich meines Vorhabens (Weitergabe an Welpenkäufer) eines Besseren belehrt. Die Autorin läßt uns wissen:

“Ein Welpe genießt unter Artgenossen den so genannten Welpenschutz, das heißt, er wird in der Regel von anderen Hunden nicht angegriffen, ja sogar regelrecht geliebt, und zwar zumindest so lange er sein Milchgebiss besitzt, was bis zu etwa einem halben Jahr der Fall ist. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt – bei manchen etwas später – wird ein Hund auch geschlechtsreif und somit “erwachsen”. Die Hündin wird zum ersten Mal läufig und der Rüde beginnt beim Urinieren sein Bein zu heben.”

Oben genannte Themen der Hundehaltung betrachte ich als “Grundschulwissen”. Es sollte sich doch mittlerweile herumgesprochen haben, daß ein “Welpenschutz” als solcher nicht existiert, zumindest nicht unter fremden Hunden. Innerhalb unseres Rudels werden die Welpen immer akzeptiert, von den Tanten geputzt, von den Onkels bespielt, vom Opa geduldig ertragen. Das ist der Familienverband, hier laufen die Uhren anders. Aber wie fatal wäre es, wenn ich dieses Büchlein einem Welpenkäufer in die Hand drücke, der dann mit seinem Welpen auf den nächstbesten Hund zustolpert und dieser den jungen Hund beißt, schlimmstenfalls tötet? Ganz zu schweigen davon, daß weder Hündin noch Rüde nach dem Zahnwechsel geschlechtsreif werden. Das mag bei kleinen Hunderassen so sein, nicht aber beim Cocker und schon gar nicht bei Hunden aus unserer Zucht.
Ergo: Dieses Buch steht wieder aufgeräumt und nicht beachtet im Bücherregal und unsere Welpenkäufer werden auch in Zukunft unsere hauseigene Welpenfibel mit auf den Weg bekommen.
Besser ist’s …
Buchrezension vom 06.05.2012 / B. Friedl